Eine der wichtigsten Aufgaben einer Jugendorganisation ist der Erhalt, aber insbesondere das Werben neuer Mitglieder. Insbesondere für den Erhalt und die Funktionsfähigkeit der Jusos ist es von großer Bedeutung, zukünftig einen umfassenden Blick auf die Mitgliedergewinnung zu legen. Als Bezirk wollen wir daher den Unterbezirken, dort wo die Mitglieder aktiv angesprochen werden müssen, eine umfassende Handreichung zur Verfügung stellen, welche zum einen eine Problemanalyse, aber allen voran Ideen zur Mitgliedergewinnung, Ansprache von Mitgliedern, Aktionsideen und Do’s and Don’ts der Mitgliederwerbung zusammenfasst. In den folgenden Kapiteln findest du immer wieder Hyperlinks, welche dich zu unseren Leitfäden oder Canva-Vorlagen führen, die die für deinen Unterbezirk anpassen kannst. Uns ist an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass dieser Leitfaden keinesfalls vollständig ist und unsere Vorschläge nicht in jedem Unterbezirk gleichermaßen funktionieren und angenommen werden. Vielmehr soll dieses 1x1 der Mitgliedergewinnung ein erster Aufschlag sein, eure Mitgliederarbeit in den Unterbezirken zu stärken. Ebenso soll diese Handreichung zukünftig stetig verbessert und angepasst werden.

In den vergangenen Jahren haben insbesondere Entscheidungen der SPD auf Bundesebene sowie Regierungsmitarbeit der SPD dazu geführt, dass weniger Personen den Jusos und der SPD beitreten, aber auch die SPD und die Jusos verlassen. Es liegt daher an uns Jusos, als starkes, linkes, eigenständiges Korrektiv der SPD aufzutreten, um potenziellen Interessent*innen zu zeigen, dass wir eine linke, laute Stimme in der SPD sind, die ernst genommen wird. Denn ohne uns Jusos, die laut sind und für eine bessere Gesellschaft eintreten, allen voran für soziale Gerechtigkeit, aber auch feministische und antirassistische Politik, sowie internationale Zusammenarbeit, wird die SPD immer weiter nach rechts rücken. Um dies zu verhindern, braucht es laute und starke Jusos, welche mit Hilfe bestehender und neuer Mitglieder in der SPD Druck machen, dass sie sich für linke, sozialistische und feministische Politik einsetzt. Doch nicht nur die SPD hat Schuld an dem mangelnden Mitgliederwachstum. Als Jusos haben wir unsere Arbeit insbesondere in den Online-Raum in die sozialen Medien verlagert. Doch neue Mitglieder werden nicht nur dadurch gewonnen, dass man am neusten TikTok-Trend mitmacht, oder ein weiteres Share-Picture postet. Stattdessen werden Mitglieder gewonnen durch direkte Ansprache. Sei es auf der Straße, am Wahlkampfstand, beim Sport oder in einem Verein. Überall gibt es engagierte Menschen, die politisch interessiert sind, aber vielleicht noch nicht daran gedacht haben, ihr Engagement in einer Partei auszuüben. Diese Menschen gilt es anzusprechen, offen und ohne Druck. Denn was viel zu schnell passiert, ist, interessierte Menschen zu verschrecken, indem sie zu früh und ohne genug Hintergrundwissen in einen Parteibeitritt überredet und anschließend zu schnell in Verantwortung gebracht und überladen werden. 

Unser Anspruch ist es, dass die Unterbezirke in der Lage sind, Mitgliedergewinnung als strategische Daueraufgabe zu verstehen und entsprechend zu organisieren. Mitgliedergewinnung darf nicht nur punktuell vor Wahlen oder bei einzelnen Kampagnen stattfinden, sondern muss dauerhaft Teil der politischen Arbeit sein. Dazu gehört auch, Strukturen zu schaffen, die neue Mitglieder aktiv ansprechen, einbinden und langfristig binden.

Daraus ergeben sich mehrere zentrale Ziele: Zum einen streben wir ein nachhaltiges Wachstum der Jusos im Bezirk Hannover an. Gleichzeitig soll die Aktivierung und Bindung neuer Mitglieder deutlich gestärkt werden. Neue Mitglieder sollen nicht nur gewonnen, sondern auch in die politische Arbeit eingebunden und langfristig gehalten werden. Ein weiteres Ziel ist der Ausbau junger und vielfältiger lokaler Strukturen, damit Jusos vor Ort sichtbar sind und attraktive Angebote für junge Menschen schaffen können.

Diese Ziele sind auch deshalb notwendig, weil sich mehrere strukturelle Herausforderungen abzeichnen. Der Mitgliederbestand der SPD nimmt in größeren Schritten ab, als es in der Vergangenheit der Fall war. Dabei zeigt sich, dass Mitglieder nicht in erster Linie aufgrund von Alter oder Tod verloren gehen, sondern vor allem durch Austritte. Gleichzeitig wird die Geschlechterverteilung zwar langsam repräsentativer, doch dieser Fortschritt verläuft weiterhin zu langsam. Hinzu kommt, dass der Anteil junger Menschen in der SPD insgesamt abnimmt.

Um diesem entgegenzuwirken, haben wir einen Plan zur Unterstützung der Unterbezirke in der Mitgliedergewinnung formuliert. Diesen findet ihr anbei!