Musterantrag: ÖPNV außerhalb von Ballungsräumen neu denken

Beschlussnummer  2015.K2
Antragsteller*innen  Jusos UB Schaumburg
Weiterleitung an  Landesvorstand (zK), SPD-Landtagsfraktion (zK)

Die Fraktionen der SPD auf Kreis- und Landesebene werden aufgefordert sich für eine langfristige Weiterentwicklung des ÖPNV außerhalb von Ballungszentren einzusetzen. Neben den Bahnen und herkömmlichen Linienbussen auf nachfragestarken Linien gehören hierzu Bürgerbusse im Linienverkehr sowie Rufbusse und Linientaxen. Um die Grundbedürfnisse an die Mobilität der Bevölkerung zu decken sind bei der Konzeptionierung der Verkehrsangebote Mindestanforderungen einzuhalten:

  • An Verknüpfungspunkten zwischen Linien sind maximale Wartezeiten von 10 Minuten vorzusehen.
  • Montags bis Freitags ist in der Zeit von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr mindestens eine stündliche, umsteigefreie Verbindung von jeder Siedlung in das nächstgelegene Grundzentren vorzuhalten. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen kann das Angebot bedarfsgerecht auf einen Zweistundentakt reduziert werden.
  • Von jeder Siedlung gibt es täglich zwischen 6.00 Uhr und 18.00 Uhr mindestens zweistündlich eine Verbindung mit maximal einem Umstieg in das nächstgelegene Mittelzentrum.
  • Von jeder Siedlung gibt es täglich zwischen 6.00 Uhr und 18.00 Uhr mindestens zweistündlich eine Verbindung mit maximal drei Umstiegen in das nächstgelegene Oberzentrum.
  • Zwischen Mittelzentren und dem nächstgelegenen Oberzentrum bestehen an Werktagen zwischen 6.00 Uhr und 20.00 Uhr mindestens stündliche Verbindungen mit maximal einem Umstieg. An Sonn- und Feiertagen bestehen diese Verbindungen mindestens alle zwei Stunden.

Zur Einhaltung dieser Mindestanforderungen ist die Einführung eines integrierten Taktfahrplans zunächst auf Kreis- und Landesebene zu prüfen. Zusätzlich sind alle Schulen und großen Arbeitgeber (> 100 Mitarbeiter) in Niedersachsen daran gehalten sich aktiv in die Entwicklung eines attraktiven ÖPNV-Angebots einzubringen.